Die Mobiliar x Flatfox – Was bedeutet das für Start-ups und den Immobilienmarkt?

 

Die Mobiliar ergänzt ihr Angebot im Bereich Wohnen und übernimmt das Schweizer Immobilienportal Flatfox. Mit dieser Investition in die Weiterentwicklung des eigenen Wohn-Angebots folgt die Mobiliar einem Trend, der seit einiger Zeit zu beobachten ist.

Das Ökosystems “Wohnen” hat sich auf dem Markt etabliert und zieht immer mehr Investoren an. Grosse Unternehmen investieren gezielt in junge und innovative Firmen, die in partnerschaftlichen Kooperationen ein sich ergänzendes System rund um das Thema Wohnen bilden.

 

Mobiliar investiert in weiteres Immobilienportal

Aktuell erweitert die Mobiliar ihr Portfolio und übernimmt das in Zürich ansässige Immobilienportal Flatfox. Die Immobilienplattform bietet Privat- und Geschäftskunden einen Immobilien-Marktplatz, auf dem kostenlos Immobilien inseriert und gesucht werden können. Für Unternehmenskunden und Immobilienverwaltungen bietet Flatfox zudem eine zusätzliche Software für den digitalen Vermittlungsprozess, welche die Kommunikation über verschiedene Immobilienportale hinweg bündelt und somit effiziente Vermittlungsprozesse gewährleistet. Zum Kaufpreis gibt es von beiden Parteien keine Auskunft.

Mit der Akquisition dieser Plattform erweitert die Mobiliar das eigene Angebot im Bereich Wohnen und baut damit ihre Position im Ökosystem weiter aus. Zum bisherigen Angebot der Mobiliar gehören bereits die Marktplätze von Scout24, die Handwerkerplattform Buildigo sowie die digitale Mieterplattform Aroov. Mit letzterer wird Flatfox künftig gemeinsam an einer Komplettlösung arbeiten, auch wenn beide Plattformen in Zukunft weiterhin als eigenständige Marken auftreten. Gemeinsam sollen Themen wie Marktbearbeitung und Produktentwicklung aufgegriffen werden. Nebst diesen Vorsätzen möchten die Unternehmen nach eigenen Angaben das Potenzial des digitalen Mietermarkts ausschöpfen.

 

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Das gleiche Prinzip, andere Investoren

Auch andere Akteure in der Schweiz sehen das Potenzial und suchen nach gewinnbringenden Kooperationen zwischen Start-ups und etablierten Konzernen. So haben in der Vergangenheit neben der Mobiliar auch andere Versicherer oder Banken in  Immobilienplattformen und Prop-Tech-Partnerschaften investiert. Houzy, ein Schweizer Start-up, das sich auf intelligente Informationen für Wohneigentümer spezialisiert, hat sich als Investoren sowohl die UBS mit ihrer digitalen Immobilienplattform key4 als auch den Versicherer Baloise ins Boot geholt. Grund dafür ist vor allem der Wandel der Kundenbedürfnisse: Verwandte Dienstleistungen möchten nicht mehr von verschiedenen Anbietern, sondern über einen zentralen Anlaufpunkt bezogen werden, bei welchem verschiedene Dienstleistungen auf einmal (in Anspruch genommen werden können.

Was hinter der Ökosystem-Strategie der UBS steckt, können Sie hier auf unserem Blog nachlesen. 

 

Unser Kommentar: Adrian Künzi, Co-Founder und CSO, Properti AG

Dass die „Big Player“ Start-ups aus der Immobilienbranche aufkaufen, um einen besseren Zugang zum Ökosystem zu bekommen ist kein Geheimnis in unserer Branche – jeder hofft auf den „grossen Käufer“. Unter den Versicherungen haben die Mobiliar sowie die Baloise in den letzten Jahren einige Zukäufe gemacht. Auch Banken lassen sich das Geschäft nicht entgehen und kaufen ebenfalls Prop-Tech-Unternehmen auf, um diese in ihre Struktur zu integrieren und damit einen Mehrwert für ihre Kunden zu generieren.

Das Wohnen hat einen grossen Einfluss auf das Leben unser aller – seit Beginn der Corona-Pandemie mehr denn je. Damit gewinnt das Ökosystem Wohnen stetig an Bedeutung, auch für die Zukunft genau dieser Unternehmen. Egal, ob es sich um die Finanzierung einer Immobilie handelt oder eine darüber hinaus abgeschlossene Versicherung, Ziel ist es, potentielle Kunden mit einem vollumfänglichen Dienstleistungsangebot durch das gesamte Leben zu begleiten. Der Kunde kann und soll alles von einer Stelle beziehen, verirrt sich nicht mehr im Chaos der Angebote und der Anbieter hat die volle Kontrolle.

Dadurch werden Start-ups in der heutigen Zeit als ein notwendiges Puzzleteil angesehen, welches eine sorgfältige Auswahl erfordert, damit es sodann sauber in die bereits vorhandene Unternehmensstruktur implementiert werden kann. Diese Implementationen sind nicht immer einfach und scheitern teilweise kläglich. Für Start-ups, welche einen Mehrwert generieren ist die Chance aufgekauft zu werden sehr gross, da das eigenständige Entwickeln und Entwerfen einen viel zu grossen Aufwand für die Institutionen erfordert. Dabei entwickelt sich die Auswahl des richtigen Start-ups als eine der schwierigsten Aufgaben für die jeweiligen Unternehmen und deren Investoren. Die Jagd auf Start-ups scheint begonnen zu haben und ob man in seiner Wahl richtig liegt, das zeigt sich nicht von heute auf morgen.

 

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